Sichtwerbung

Sichtwerbung blieb also nicht abstrakt, sondern war direkt an die lokalen Gegebenheiten der einzelnen Häuser gekoppelt. Es ging um praktische Überlegungen: Welche Formen der Darstellung waren möglich, welche potenziellen Geldgeber im Umfeld erreichbar, welche Arbeiten dafür notwendig?
Auf Verbandsebene wuchs zugleich der Wunsch nach einer stärkeren Bündelung von Materialien und Belegen. Sichtwerbung richtete sich nicht nur an ein deutsches Publikum, sondern hatte auch eine internationale Dimension. Bei der Zusammenkunft der Heimleiterinnen der westdeutschen Nachbarschaftsheime im Dezember 1953 in Darmstadt hält ein Bericht fest:
Aus dem Bericht über die Zusammenkunft der Heimleiterinnen der Westdeutschen Nachbarschaftsheime am 3. und 4. Dezember 1953 in Darmstadt, 1.Sitzung.
Berichte, Artikel und interne Veröffentlichungen wurden Teil einer Argumentation gegenüber Förderern, Stiftungen und Partnern, die die Bedeutung der Nachbarschaftsheime belegen sollte. Zugleich wurde Öffentlichkeitsarbeit zunehmend als integraler Bestandteil der Nachbarschaftsarbeit verstanden. In einer Aktennotiz zur Mitarbeiterbesprechung im Nachbarschaftsheim Neukölln vom 25. Januar 1954 betonte Irma Müller‑Edom:
Aus Irma Müller‑Edons Aktennotiz zur Mitarbeiterbesprechung in Neukölln am 25.1.1954
Aus dem Rundbrief der Arbeitsgemeinschaft Westdeutscher Nachbarschaftsheime, 1955

„Rundbrief der Arbeitsgemeinschaft
Westdeutscher Nachbarschaftsheime"
Dieser erste Rundbrief der Arbeitsgemeinschaft, der damals sieben Westdeutschen Heime (Nachbarschaftsheim Wuppertal, Nachbarschaftsheim Ludwighafen/Rhein, Quäker-Jugendheim Köln, Nachbarschaftsheim Frankfurt/Main, Nachbarschaftsheim Darmstadt, Nachbarschaftsheim Braunschweig und Nachbarschaftshaus Bremen) vom September 1955, war eines der ersten Unterfangen in punkto Erfahrungsaustausch unter den Heimen. Er enthält Berichte der einzelnen Heime sowie den oben zitierten Bericht aus der Geschäftsstelle in Darmstadt. Im Vorwort heißt es:
„Die Geburt dieses ersten Rundbriefes war nicht ganz einfach! Die Anfrage nach Beiträgen, die wir von den Heimen erwarteten, fiel gerade in eine sogenannte "Berichtsepedemie". Die Heime stöhnten - wir ebenfalls. Dann kamen Krankheiten und Urlaub. Nun aber hoffen wir, durch die kurze Zusammenstellung etwas zu versöhnen.
[...]
Für diejenigen, die die hauptamtlichen Mitarbeiter der einzelnen Heime nicht mehr so ganz gegenwärtig haben, führen wir hier noch einmal die Namen auf, damit Sie sich eventuell untereinander über Einzelprobleme in Verbindung setzen können, wenn Ihnen diese in Ihrer Arbeit hilft."
Foto (links): Deckblatt Rundbrief der Arbeitsgemeinschaft Westdeutscher Nachbarschaftsheime, 1955 (Quelle: VskA Archiv)
Scans: Cover und Logo aus den VDN Geschäftsberichten von 1956, 1960/61, und 1963/64.
(Quelle: VskA Archiv)



