"Sonntag ist der langweiligste Tag in der Woche, da kann man nicht mal einkaufen gehen“

Wir vom Vor-Ort-Team der Stiftung Unionhilfswerk Berlin entwickeln das Haus in der Friedrichstraße 1 im Auftrag des Bezirksamtes Friedrichshain-Kreuzberg zu einem Stadtteilzentrum (von Juni 2021 bis Dezember 2023). 

Unser Ziel ist es, das Stadtteilzentrum F1 und den angrenzenden Kiezgarten in Kooperation mit den bereits ansässigen Projekten und Initiativen, neuen Akteur*innen im Bezirk und den Anwohnenden für neue, bedarfsgerechte Angebote zu öffnen und zu einem inklusiven Stadtteilzentrum zu entwickeln. Dabei möchten wir die Anwohnenden in die Prozesse einbinden, indem sie sich mit einbringen und das Stadtteilzentrum nach ihren Wünschen mitgestalten können. 

In der Friedrichstraße 1 soll Platz für Beratungen, Unterstützung und Begegnungen geboten werden. Zahlreiche Angebote, wie die Sozialberatung und eine Beratung zum Thema Schwerbehindertenrecht. sind bereits im Stadtteilzentrum F1 angesiedelt. 

Auch kulturelle Projekte oder Angebote, wie Tanz- und Malgruppen oder Chöre in verschiedenen Sprachen (z.B. Arabisch, Englisch und Deutsch) nutzen unsere Räumlichkeiten. Eine Ehrenamtliche aus dem Kiez bietet bei uns einen A1 Deutschkurs für Geflüchtete und die Volkshochschule zusätzlich einen Elternkurs für das Level A1 an.


Was macht unsere Nachbarschaftsarbeit aus? 

Das Stadtteilzentrum F1 liegt in einem kulturell vielfältigen Sozialraum. Hier am Mehringplatz treffen viele Kulturen aus den unterschiedlichsten Ländern aufeinander. Als Stadtteilzentrum möchten wir einen Ort bieten, um diese Kulturen zueinander zu bringen und ihren Austausch zu ermöglichen. In unseren Räumlichen sollen sich die Anwohnenden entfalten können und diese für ihre Ideen nutzen können. 

Wir wollen Orte der Begegnung schaffen. Ein zentraler Ort dafür soll vor allem der offene Treff mit dem angrenzenden Kiezgarten sein. Hier kann sich die Nachbar*innenschaft zum Kaffeetrinken, entspannen und zum Austausch treffen. Montags bis freitags von 10 bis 16 Uhr ist er geöffnet.

(c) Stiftung Unionhilfswerk

Wie können wir diese interkulturellen Begegnungen und den Austausch fördern? 

„Sonntag ist der langweiligste Tag in der Woche, da kann man nicht mal einkaufen gehen.“ sagte uns einer der Besucher des offenen Treffs einmal zu uns. Das nahmen wir uns zu Herzen. Kurzerhand öffneten wir den offenen Treff des Stadtteilzentrums und den angrenzenden Kiezgarten auch sonntags für die Anwohnenden und Besucher*innen des Mehringplatzes. 

Seit Mitte April ist das Kiez-Café jeden Sonntag von 11 bis 17 Uhr geöffnet und bietet einen Ort der Begegnung. Betreut wird das Kiez-Café im Wechsel von verschiedenen Übungsleiter*innen, die mit ihren unterschiedlichen Fähigkeiten ein vielfältiges Programm gestalten. Von Meditation über Musik bis hin zu Backen und Spielen ist alles dabei. Vier Ehrenamtliche aus dem Kiez unterstützen die Übungsleiter*innen sonntags und kommen so auch mit ihren Nachbar*innen ins Gespräch. 

Zusammen im Kiezgarten des Stadtteilzentrums entspannen und ein nettes Gespräch mit den anderen Nachbar*innen führen - das geht bei uns wunderbar. 

In den Räumen des offenen Treffs befindet sich auch ein „Fair-Teiler“, eine Kooperation mit der Verbraucherzentrale Berlin, in dem gerettete Lebensmittel abgegeben und mitgenommen werden können. Brot, Brötchen und herzhafte und süße Kleinigkeiten sind hier häufig zu finden. 

Neben einem Kaffee oder Tee und dem Foodsharing-Kühlschrank gibt es bei uns auch ein kleines, kostenloses Mittagessen. Das Essen kommt aus dem Kiez von einem kleinen Café gegenüber des Stadtteilzentrums. Hier können wir aus vielen türkischen Köstlichkeiten ein leckeres kleines Mittagessen zusammenstellen. 

Eine ehrenamtlich engagierte ehemalige Tanzstudentin aus der Ukraine tanzt mit Kindern zwischen 10 bis 12 Jahren, Während die Eltern gemütlich zusammensitzen, können sich die Kinder auspowern. 

Wir freuen uns sehr, dass das Kiez-Café durch die Mittel des Netzwerks der Wärme und die Förderung durch das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin ermöglicht wird.


Autorin: Charlotte Papke ist dual Studierende im Bachelor-Studiengang Sozialpädagogik und Management an der Internationalen Berufsakademie in Berlin. Mit einer halben Stelle ist sie im F1 aktiv. Das F1 – Dein Stadtteilzentrum im Kiez ist ein Projekt der Stiftung Unionhilfswerk Berlin.

Organisation: Stiftung Unionhilfswerk Berlin, Schwiebusser Str. 18, 10965 Berlin

www.unionhilfswerk.de