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„Von Anfang an – Miss Doris Roper“
Aus dem Heft "40 Jahre Quäker Nachbarschaftsheim Köln - 1947 bis 1987" (S. 10)
„Quäker Nachbarschaftsheim, Roper" – diesen Satz hört, wer im Heim anruft. Die freundliche Stimme, die sich da meldet gehört Doris Roper. Die englische Quäkerin ist seit den ersten Anfängen im Haus, ja, sie gehörte damals sogar zu dem Hilfsteam, das von einer Villa in Marienburg aus mit der Arbeit begann. "Geh zu Miss Roper", ist noch heute ein oft gegebener Rat, wenn jemand Quittungen abrechnen will, Fragen hat, eine Schere braucht, usw.. Kurz, eher im Hintergrund und bescheiden, aber immer sehr effektiv, trägt Doris Roper zum reibungslosen Tagesablauf im Hause bei. Nun, eine englische Quäkerin in einem Nachbarschaftsheim gleichen Namens? Ist sie die Besitzerin? Nein, natürlich nicht. Wenn doch, hätte sie das Haus längst gespendet. So ist Miss Roper nämlich. Aber wieso, warum? Viele Fragen tauchen da natürlich auf. Grund genug, an dieser Stelle eine Geschichte zu erzählen:
Am 1.11.1945 kam Doris Roper mit einem Team des englischen Quäker-Hilfsdienstes nach Deutschland. In ein besiegtes Land voller Trümmer, mit vielen Ausgebombten, Flüchtlingen und Hungernden. Schon während des Krieges hatte sie im Londoner Quäker Haus als Sekretärin gearbeitet. Die Plakate an der Wand, die für den Hilfsdienst in Europa warben, regten sie an, sich für den Einsatz in Frankreich oder Deutschland zu bewerben. Denn die Sprachen dieser Länder hatte sie an der Universität von Manchester studiert. Zudem war sie vor dem Krieg bereits ein Jahr in Frankfurt bei einer deutschen Firma gewesen.
Über Ostende fuhr der Trupp mit seinem Wagen nach Vlotho in Westfalen. Dort war der Sammelplatz der Hilfsdienste für die englische Zone. Zuerst arbeitete die Gruppe in einem Lager für "Displaced Persons" im Ruhrgebiet. Dort kochten sie und gaben Kleider aus. Nach einiger Zeit ging es dann weiter nach Köln. Nach anfänglichen Schwierigkeiten wurde eine alte Villa in Marienburg, einem Stadtteil von Köln, bezogen. In dieser Zeit lernte Doris Roper das Autofahren. Auf der Suche nach Vermissten fuhr sie damals dann durch Köln. Denn viele Flüchtlinge forschten nach Freunden und Verwandten. In manchen Fällen gelang es, das waren schöne Erlebnisse.
Es gab viele Aufgaben zu bewältigen. Dann wurde der Gruppe eine Spende angeboten. Es handelte sich um eine schwedische Baracke, die von amerikanischen Quäkern gestiftet worden war. Der Anfang des Nachbarschaftsheimes. Nach vielen Gesprächen wurde ein Grundstück am Venloer Wall gefunden. Statt nun - viele werden das kennen - Schulspeisungen zu machen, wurden in der Baracke Kindererholungskuren durchgeführt. Abends kamen die Jugendlichen. Das damalige "Jugendheim" wuchs, Anbauten entstanden. Nach einigen Jahren kam für die internationalen Helfer der Abschied. Zuhause in Norwegen, den USA, oder eben in England warteten Familien oder die alten Berufe als Lehrer, usw. Doris Roper blieb. Sie hätte zurückkehren können, doch wie sie selber sagt, war sie von der interessanten Arbeit so gefangen, daß sie nicht an Rückkehr dachte. Was aus Interesse, Engagement und auch ein wenig Abenteuerlust begonnen hatte, war zur Lebensaufgabe geworden.“
Zeichnung: "Nachbarschaftsheim Köln am Rhein" (Quelle: Mitteillungen Nr. 4, 1948, Mittelhof e.V.)





