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Nachbarschaftsheim Mittelhof

1947 bis heute

Kirchweg 33, Berlin-Nikolassee; ab 1951 Königstraße 42-43, Berlin-Zehlendorf | Gründung durch die amerikanischen Quäker (American Friends Service Committee – AFSC)


Für Besucher:innen aus Ost und West nahm der Mittelhof von Anfang an eine Sonderstellung ein. Er sollte nach dem Plan vom AFSC über die Nachbarschafts- und Erholungsarbeit hinaus ein Zentrum für Konferenzen und die gesamte Quäkerarbeit sein. Entsprechend war die Höhe und Dauer der AFSC-Förderung.

Um 1950 waren im Mittelhof bereits 12 ausgebildete Fachkräfte und eine Heimleitung hauptamtlich eingestellt, welche wiederum von 15 Freiwilligen unterstützt wurden.

Fotos: (Links) Aufbau des Nachbarschaftsheims mit 'Quäker Relief', 1947, (rechts) Conference Center mit Bill Brown, 1953 
(Quelle: Mittelhof e.V.)


Foto (links): Müttererholung ,1953 (Quelle: Mittelhof e.V.)

„Mütter-Erholung im Mittelhof von Käthe Provinski“ 

Aus den Mitteillungen Nr. 5, September 1948, (S. 19)

„Im Sommer haben wir im Mittelhof eine Tageserholung für Mütter durchgeführt. Das heißt 10 Mütter, die von der Familienfürsorge ausgewählt wurden, kamen tagsüber zu uns. Ihre Kinder werden in Tagesheimen untergebracht. Sie kamen aus den Bezirken der inneren Stadt heraus in den Mittelhof, um hier die Ruhe, den Garten, die bessere Ernährung zu genießen, mehr noch, um eine Ruhepause zu haben, die sie in frohe Gemeinschaft mit anderen Frauen brachte, was so viele von ihnen dankbar empfunden haben. Aus der Isolierung der Einzelnen heraus wird in solcher Gruppe der Weg zum Nachbarn, zu Mitmenschen gefunden.“

Eine der Mütter berichtet selbst von dieser Zeit - Martha Heinrich, Mutter von 8 Kindern:

„Von der Müttererholung will ich erzählen, denn ich war dabei. Zehn Muttis waren wir und jede hatte wohl zuhause ihr Päckchen zu tragen mit ihren kleinen und größeren Kindern. Und nun auf einmal war es anders! Wir durften uns einen ganzen Monat nur ausruhen. Die Sorgen blieben natürlich zu Haus. Treffpunkt 9 Uhr mit kleiner Handarbeit und guter Stimmung bewaffnet! Um 10:00 Uhr wurde uns herrlicher Kakao serviert und dann hieß es ruhen! Oh, wir ließen uns gern einmal verwöhnen! Mit Gesang, Musik, Diskussion, Handarbeit und Spaziergängen verlebten wir bei meist schönem Wetter die ach, so kurzen Tage. Ein reichliches Mittagessen, in guter schmackhafter Weise – mal nicht selbst gekocht, war die Krönung des Tages. Um uns die nötige Frische für den Heimweg und die noch wartende Hausarbeit mitzugeben, stärkte man uns vorher noch mit einem Tässchen Tee oder Kaffee. Körperlich gestärkt, haben wir auch von dem Geist der Nachbarschaftsheime mitgenommen in unser tägliches Leben.“ 


Fotos: (Links) Schuhwerkstatt, 1950er, (rechts) Kinderspeisung, 1949 
(Quelle: Mittelhof e.V.)